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Feuertaufe in Traismauer

Auftakt der Tchibo TOP.RAD.LIGA (Rad-Bundesliga) am Samstag, 12. April, in Traismauer/Niederösterreich: Zuerst verweigerte der ÖRV dem amtierenden Masters-Rad-Doppelweltmeister Christian Eminger bei Androhung von Euro 2.000 Strafe den Start im Regenbogentrikot. Dann gab es jede Menge Pech & Pannen für die starke Mannschaft des Union Raiffeisen Radteams Tirol und am Ende einen versöhnlichen Ausgang: Mit einer guten Mannschaftsleistung eroberten die Tiroler Rang 5 (von 16 teilnehmenden Teams) in der Tabelle der neuen Rad-Bundesliga und gaben damit ein kräftiges Lebenszeichen von sich – ein neues Wetterleuchten angesichts zahlreicher „Millionenteams“, denen die Tiroler zum Teil um die Ohren fuhren. Ein Rennen, das die Tiroler hätten leicht gewinnen können.

Kälte, Wind, ein giftiger 80-Meter-Anstieg – der Rundkurs in Traismauer (gesamte Distanz:154,6 Kilometer) hatte es buchstäblich in sich: Baustellen, stellenweise tückischer und höchst gefährlicher Splitt unter den Rädern, Bahnübergänge und dazu des größte und dichteste Teilnehmerfeld, das die Rad-Bundesliga zum Auftakt jemals sah.

Mittendrin die starke Mannschaft des Union Raiffeisen Radteams Tirol. Und die heizte den großen Teams mit den Riesenbudgets gehörig ein und man konnte sehen: Hier entsteht eine schlagkräftige Mannschaft – für die Zukunft des Tiroler Radsports, für eine sportliche Perspektive für die jungen Fahrer, die im Union Raiffeisen Radteam Tirol den Aufstieg von den Junioren in die Eliteklasse optimal schaffen können.


Krimi mit technischen Pannen
Zum Renngeschehen: Vom Beginn weg wurde mächtig Dampf gemacht, ein schnelles Rennen auf einem etwas merkwürdig anmutenden Kurs, mit einem Schnitt von über 40 km/h.

Mittendrin, statt nur dabei: Masters-Rad-Doppelweltmeister Christian Eminger, der ein normales Trikot hatte anlegen müssen, Hannes Gründlinger, Martin Comploi, Roman Gredler, Ricco Obkircher, Markus Moser und Daniel Egert vom Union Raiffeisen Radteam Tirol. Dann passierte es: Unmittelbar vor dem Ende der 1. Runde, als sich die Straßenbreite vor dem Ziel bzw. einem Torbogen um die Hälfte verringerte, ein Massensturz. Hannes Gründlinger stürzte schwer, sein Rad: erlitt Totalschaden, sein Trikot wurde von oben bis unten zerrissen. Körperlich hätte er weiterfahren können, die Strecke wäre ihm gelegen. Aber er musste technisches w.o. geben, was das Aus für einen der Favoriten bedeutete.

Ebenso Roman Gredler nach über der Hälfte der Distanz: Schaltseil gerissen, er war im Hauptfeld vorne dabei gewesen, etwas über einer Minute hinter einer 7-Mann-Spitzengruppe, wieder technisches w.o.

Die blutjungen U-23-Fahrer Daniel Egert und Ricco Obkircher sammelten kostbare Rennkilometer, mussten aber mit entsprechendem Rückstand kurz vor Schluss aus dem Rennen.

Verblieben Doppelweltmeister Christian Eminger, der äußerst stark fahrende Martin Comploi und Bundesliga-Novize Markus Moser, der eine wahre Feuertaufe erlebte.

Kurz vor Schluss in der Spitzengruppe, einen Kilometer vor dem Ziel: Eminger zieht Comploi vor, beide ziehen den Sprint an. Wenige hundert Meter vor dem „Flaschenhals ins Ziel“: Das Feld schlägt eine Welle, ein Fahrer stürzt unmittelbar vor Comploi – dieser macht einen Satz in „Saalrad-Akrobaktik“-Manier über ihn. Comploi stürzt. Steht auf – und sprintet ins Ziel.

Auch wenn der Sieg an den Italiener Emanuele Rizza ging (P. Nivo – Team aus Ungarn), Eminger, der dieses Rennen spielend hätte gewinnen können, wurde zeitgleich mit dem Sieger respektabler 19., Comploi immerhin noch 37. Markus Moser fuhr sein Rennen im Zeitlimit zu Ende.

Die Mannschaftsleistung ergab für das Union Raiffeisen Radteam Tirol den aktuellen 5. Platz in der Rad-Bundesliga hinter Gourmetfein, Elk, Junkers Braunau und Volksbank, aber noch deutlich vor dem ARBÖ Bundesteam, Orbea Graz, Völkermarkt, ARBÖ Denzel, Grafenstein, Bikesport Kärnten, Tyrolia Renngemeinschaft, Radland, Knittelfeld, Radunion NÖ und ASKÖ Linz.

Der Sieger Gourmetfein verbuchte 30 Punkte, das Union Raiffeisen Radteam Tirol 14. Ab Rang 11 scheinen Teams auf, die keine Punkte erobern konnten.


Jetzt Feinjustierungen
Fritz Wöss, Sportlicher Leiter des Union Raiffeisen Radteams Tirol: „Ich war mit fast allen Fahrern sehr zufrieden, muss aber noch Feinarbeit an der Mannschaft leisten. Wir hatten an diesem Renntag das Glück nicht gerade auf unserer Seite. Aber in diesem Team steckt genug drin. Das sind nicht nur Spirit, Teamgeist und Leistungsfähigkeit – da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Jeder Rennkilometer, den unsere Burschen jetzt fahren, macht sie stärker. Mit diesem Team ist vieles möglich. Ich bin mit der Entwicklung zufrieden!“


Eminger im Pech
Christian Eminger seinerseits sieht den Pech- und Pannentag in Traismauer durchaus gelassen: "Unser Management hatte nach Rücksprache mit dem ÖRV eigens ein Regenbogentrikot für mich anfertigen lassen, das ich nun bei den Eliterennen nicht tragen darf. Aber was soll's, beim Rennen wäre für uns alles möglich gewesen, ein Sieg wäre drin gewesen. Es hat nicht sein sollen."

Wie hatte doch der Manager des Union Raiffeisen Radteams Tirol, Thomas Kreidl, bei der Unterzeichnung der Ethik-Erklärung und Mannschaftspräsentation gesagt: "Wir streben einen Platz im vorderen Drittel der Rad-Bundesliga an!" Von manchen belächelt gab das Union Raiffeisen Radteam Tirol jetzt in Traismauer allen Kritikern die beste sportliche Antwort.

Nix is fix- aber alles ist möglich. Denn auch die Rohdiamanten des Union Raiffeisen Radteams Tirol beginnen immer mehr zu glänzen…


Jetzt Start in Wels
Am Sonntag, 20. April, geht das Union Raiffeisen Radteam Tirol beim traditionellen Kirschblütenrennen in Wels an den Start. Zwar ist das kein Bundesligarennen, aber ein Klassiker. Auch wenn sich Eminger in die Türkei begibt und dort fährt bzw. trainiert, sieht Wöss das Kirschblütenrennen als nächste Chance: "Wieder eine für uns maßgeschneiderte Topografie, alles ist möglich!"

Rückfragehinweis: Mag. Wolfgang Weninger, Tel. 0664-6272124
780 kB | anhang_featurebild_traismauer
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 anhang_ergebnisliste_20080412_traismauer.pdf (21 kB)



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